2017–2022
Fünf Jahre
Hospiz Köpenick

 

Ein Glück,
dass du da bist!
Fünf Jahre Hospiz Köpenick



Hospiz bedeutet, dass die Menschen, die zu uns kommen, genau die Hilfe erhalten, die sie brauchen.

Wer kann in das Hospiz aufgenommen werden? Übernehmen die Krankenkassen die Kosten und wie ist die Versorgung geregelt? 

 16 Gäste werden bei uns begleitet und versorgt. Wir stellen Ihnen Team und Haus kurz vor.

Vertiefende Beiträge zum Thema Leben und Tod, Abschied und Erinnerung.

Das Hospiz ist lebendig, wenn sich viele Freiwillige engagieren. Zum Beispiel in der ehrenamtlichen Trauerarbeit.

Das Hospiz finanziert einen Teil seiner Leistungen durch Spenden. Wie Sie uns und unsere Arbeit unterstützen können, erfahren Sie hier.

Hospiz und Hospiz-Förderverein beneficio e.V. gehen Hand in Hand. Für ein starkes Hospiz. Für die Menschen. Für das Leben. 

Sehnsuchtsort Tierpark Berlin

Ende 2021 überraschte uns der Tierpark Berlin mit Freikarten für einen Besuch mit unseren Gästen. Endlich war es soweit: Vor ein paar Tagen starteten wir gut gelaunt und intensiv vorbereitet in unser Abenteuer Tierpark Berlin. Gäste, Angehörige, Haupt- und Ehrenamtliche Mitarbeiter sowie unsere FSJ´lerin machten sich mit Sack und Pack zu früher Stunde auf den Weg. Wir mussten jedoch nicht laufen, sondern ein Bus der Fanbetreuung vom 1. FC Union Berlin stand bereit.

Von Anfang bis Ende wurden wir von Maik C. begleitet. Er ist Mitarbeiter im Tierpark Berlin, und ihm war es eine Herzensangelegenheit uns bei diesem Ausflug in „seinem“ geliebten Tierpark zu begleiten. Mit Rollstühlen, Rollator, Bollerwagen und Picknickkorb zog unsere kleine Karawane über fünf Stunden durch den weitläufigen Tierpark.

Wir wurden begrüßt vom Baumstachler „Floyd“, sahen begeistert den Eisbären-Damen Hertha und Tonja beim morgendlichen Bad zu, grüßten die Elche, Eulen und Uhus, Ziegen, Schafe, Riesenkaninchen, Kamele und Flamingos. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch bei den Lamas. Wir durften einen Blick hinter die Kulissen werfen und die Lama-Damen Dehlu und Elfie füttern. In diese wunderbaren Tiere haben wir uns direkt verliebt und hätten sie am liebsten mitgenommen. Nachdem die Lamas satt waren, genossen auch wir köstliche Speisen und Getränke vom reichhaltigen Buffet im Restaurant Patagona. Wir wurden sehr freundlich empfangen, und die Flamingo-Bar war liebevoll für uns hergerichtet.

Unser Gast Herr M. wünschte sich einen Besuch bei den Giraffen. Vorbei an den Zebras und Lemuren gelangten wir zum Giraffenhaus. Hier gab es, spontan von Maik organisiert, eine Überraschung: Wir durften ganz nah zu den Giraffen. Das glückliche Lachen von unserem Gast Herr M. war der schönste Moment für uns alle!

Bei einer herrlich kühlen Erfrischung von gimme gelato beendet wir unseren Tag im Tierpark Berlin. Erschöpft, voll mit wunderbaren Eindrücken und dankbar stiegen wir am Nachmittag wieder in „unseren“ Union Bus. Viele Akteure haben einen unvergesslichen Tag für unsere Gäste und uns möglich gemacht.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei:

• Maik C. für seine fachkundige und herzliche Führung durch den Tierpark

• der Fanbetreuung vom 1.FC Union für die gesponserten Fahrten

• dem Restaurant Patagona-Marché-Mövenpick Tierpark Berlin für die Nutzung der Flamingo Bar und die köstliche Bewirtung

• den Tierpflegerinnen der Lama-/Alpaka-Anlage für die Möglichkeit der Fütterung

• den Tierpflegern in der Giraffenanlage für die spontane Möglichkeit, den Giraffen ganz nah zu sein

• gimme gelato für die leckere Versuchung

• dem gesamten Tierpark-Team für seine großartige Arbeit, die Tiere und Menschen glücklich macht

• dem Ausflugs-Team aus dem Hospiz Köpenick, vor allem Anja V. für den Kontakt zum Tierpark und die Organisation

• allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unseres Hauses, die während des Ausfluges im Hospiz Köpenick die Stellung gehalten haben

Gemeinsame Begegnungen

Im September fand unsere 7. Erinnerungsfeier im Hospiz Köpenick statt. Mit zwei Premieren – erstmals wurde sie von unserer neuen Evangelischen Seelsorgerin organisiert und sie fand auf unserer neuen Terrasse im Freien statt. Diesmal war es eine Feier, die von Haupt- und Ehrenamtlichen gleichermaßen gestaltet wurde. Dadurch entstand eine besondere Atmosphäre. Wir sind dankbar für die Gespräche und natürlich die ausgetauschten Erinnerungen, die auch zeigen, wie sehr unsere Arbeit und die Gestaltung des Hospiz-Alltags das Leben unserer Gäste und ihrer Angehörigen prägen.

Große Freude herrschte, als Matthias Wiesenhütter, einer der erfolgreichsten Gitarristen aus Köpenick, seine Melodien anstimmte. Er ist Teil des Gitarrenduos Friedrich & Wiesenhütter, das mit vollem Terminkalender seit Jahren durch Deutschland tourt.

Ein ganz besonderes Ja-Wort

Ihre schwere Krankheit hat unsere Hospizbewohnerin Jeanette nicht davon abgehalten, ihrem Gregor noch das Ja-Wort zu geben. Das Hospiz-Team machte es in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Standesämtern Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick innerhalb nur weniger Tage möglich, dass Jeanette und Gregor den Bund des Lebens schließen konnten.

Die normalerweise in den Räumen des Standesamtes stattfindende Zeremonie wurde auf die
neue Hospiz-Terrasse verlagert, sodass Jeanette – wohlbehütet im Bett versorgt – ihren besonderen Tag feiern konnte. Im Beisein von Familie und Freunden des Brautpaares erlebten alle einen wunderschönen, sehr emotionalen Nachmittag.

Für zusätzliche Aufregung sorgte am Tag zuvor noch, dass die bestellten Ringe auf Grund der Kurzfristigkeit des Ereignisses nicht rechtzeitig kamen, doch Gregor konnte glücklicherweise Ersatz besorgen … Passend dazu wurde nach der standesamtlichen Zeremonie das zuvor von Jeanette ausgewählte Lied „Perfekt“ von den „Ärzten“ abgespielt, worin es sinngemäß heißt: Auch wenn nicht alles perfekt ist, lieben wir uns beide doch so, wie wir sind – und machen einfach das Beste aus dem Moment!

Unvergessen bleibt Jeanettes glückliches Lächeln an diesem Tag. Wie gut, dass sie dieses wichtige Ziel noch erreichen konnte! Wir sind überzeugt – die Liebe bleibt!

Danke an Jeanette und Gregor auch dafür, dass wir sie begleiten durften und sie der Veröffentlichung der Fotos zugestimmt haben. Das Leben – unser Leben – hat viele Gesichter, es kennt viele Wege, Anfangs- und Endpunkte und wir haben nicht in der Hand, wann sich der Kreis vollendet. Wir Menschen müssen aber dafür sorgen, dass Leben bis zum Schluss möglich ist, mit allen Facetten, in Freud und Leid. Und wir müssen alles daransetzen, dass wir dabei nicht alleine sind.  

Sommerliche Klänge im Hospiz mit dem „Duo Finesco“

Die zwei professionellen musikalischen Talente Juliane Winkler (Geige & Akkordeon) und Christof Schill (Flamenco-Gitarre) versetzten unser Haus an einem eigentlich ganz normalen Montag in Urlaubsstimmung. Fasziniert verfolgten unsere Gäste und Mitarbeiter das einzigartige Zusammentreffen von Flamenco-Musik  mit spanischer Klassik, argentinischem Tango, Swing und Klezmer.

Organisiert wurde das Konzert wurde von KulturLeben Berlin, die die Kampagne #MusikerFürMusikerBerlin  ins Leben gerufen haben. Die Kampagne dient dazu, soziale Einrichtungen in der Pandemie die Möglichkeit der kulturellen Teilhabe zu bieten und gleichzeitig die existentiell bedrohten freischaffenden MusikerInnen in Berlin zu unterstützen.

Vielen Dank an das Duo Finesco und KulturLeben Berlin für das wunderbare musikalische Erlebnis in unserem Haus! Von der Musik sind wir heute noch ganz beseelt …

Juliane Winkler
Christof Schill
KulturLeben Berlin

Mit dem Wünschewagen zur besten Band der Welt 

Es begann mit einer vorsichtigen Anfrage von unserem Hospiz-Gast Jeanette – sie hätte Tickets für das Ärzte-Konzert im Juni in der Parkbühne Wuhlheide. Ob es eine Möglichkeit gäbe, ihre Lieblingsband trotz des Gesundheitszustandes noch einmal zu sehen?! Die Tickets waren allerdings für Stehplätze gebucht – bei Jeanette leider keine Option mehr. Also nahm das Hospiz-Team Kontakt zum ASB Wünschewagen auf. Nachdem mehrere Wünschewagen bereits verplant waren, hatten wir doch noch riesiges Glück beim Wünschewagen aus Sachsen.

Das Team vom Wünschewagen schaffte es binnen kürzester Zeit, zu organisieren, dass alle Absprachen mit dem Veranstalter getroffen werden konnten und Jeanette in Begleitung zweier engagierter Ehrenamtlicher die Fahrt zu ihrer Lieblingsband antreten konnte. Mit auf Tour begab sich Schwester Anja (selbst auch großer Ärzte-Fan) aus dem Hospiz, um die medizinische Versorgung sicherzustellen.

Jeanette bekam einen für Rollstühle geeigneten Platz im Sanitätsbereich mit einem tollen Blick auf die Bühne und ausreichend Bewegungsraum. So konnten auch ihr Lebensgefährte, ihre Tochter und die engsten Freunde an ihrer Seite sein. Familie, Freunde, das Team vom ASB, Schwester Anja und auch die sich bereithaltende Notärztin kümmerten sich während des ganzen Konzerts rührend um unseren Hospiz-Gast. Der Höhepunkt: Jeanette erhielt eine persönlich von der Band unterzeichnete Autogrammkarte und ein Fan-Shirt. Sichtlich gerührt nahm sie die Geschenke entgegen.

Irgendwann ließ ihre Kraft nach, aber sie schaffte es, dass Konzert bis zum Ende anzuhören. Mit geschlossenen Augen – und dennoch mit Begeisterung. Wie wunderbar, dass dieses besondere Erlebnis möglich gemacht wurde! Danke an das Team vom ASB Wünschewagen! Dieser wertvolle Dienst beschenkt Menschen, die von uns gehen, auf so wunderbare Weise. Dank geht auch an den Konzertveranstalter, das Management und die Band, den gesamten ASB und die Polizei, die uns mit viel Herz unterstützt haben!

Informationen und Bilder:
Wünschewagen Sachsen
www.facebook.com/Wuenschewagen.Mitteldeutschland

 
 

Teupitz und das Leben

Unserem Hospizgast Michael M. wurde ein echter Herzenswunsch erfüllt – er durfte, gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn, noch einmal seinem geliebten Teupitz einen Besuch abstatten. „Hier hängen so viele Erinnerungen dran“, berichtete er im Vorfeld. Viele seiner besten Freunde leben noch in dem idyllischen Ort im Landkreis Dahme-Spreewald „Nicht irgendwelche Freunde, wir waren ein eingeschweißtes Team. Man kennt sich mittlerweile teils 50 bis 60 Jahre, und der Kontakt ist nie abgebrochen. Das sind echte Freundschaften.“, so Herr M.

Mit Hilfe des engagierten Teams vom ASB Wünschewagen konnte sein Wunsch in die Tat umgesetzt werden. Bei strahlendem Sonnenschein verbrachte er gemeinsam mit seiner Frau, seinem Sohn und den alten Freunden einen wunderbaren Tag auf dem Grundstück eines befreundeten Ehepaares, direkt am Teupitzer See. Mit dem mächtigen, alten Kastanienbaum mitten auf dem Grundstück seien so viele Erinnerungen an die gemeinsamen Erlebnisse verbunden, so Herr M.

„Vorher dachte ich, man spricht nur über die alten Zeiten. Aber im Gegenteil – wir haben auch viel über das Hier und Jetzt gesprochen. Einfach über das Leben!“ stellte Herr M. anschließend mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen fest.

„Es hat alles gepasst, das Wetter hat mitgespielt, der Blick über den See, direkt vom Sitzplatz aus, hätte auch einem Reisekatalog entsprechen können. Auch die Versorgung mit Speisen und Getränken war gesichert. Also eine rundum gelungene Sache. Bilder von gemeinsamen Feiern, Reisen und Begegnungen in fast 60 Jahren machten die Runde. Es wurde gelacht und gescherzt. In diesem Augenblick war alle Sorge vergessen.“, so ein Auszug eines Dankesschreibens der Familie M.

Wir freuen uns mit Herrn M. und seinen Nächsten, dass dieser letzte wichtige Wunsch erfüllt werden konnte!

Hier gehts zur Website ASB Wünschewagen

Himmlische Klänge im Hospiz

Zauberhafte Harfenklänge erfüllten unser Hospiz Köpenick. Die erfolgreiche Harfenistin Simonetta Ginelli erfreute Hospizgäste, Angehörige und Mitarbeitende mit ihrem beeindruckenden Instrument und ihrem märchenhaften Erscheinungsbild – ein abwechslungsreicher und gefühlvoller Auftritt mit großen Emotionen. Simonetta Ginelli ließ ein breit gefächertes Repertoire aus wundervollen weltlichen Melodien erklingen und führte mit kleinen Erzählungen und einem Gedicht durch das Programm. Im Anschluss nahm sie sich Zeit für Gespräche mit unseren Hospizgästen. Nationales und internationales Publikum ist übrigens begeistert von der Spielweise und Virtuosität der Harfenistin, die unter anderem auch mit einer Laserharfe auf sich aufmerksam machte. Ein ganz besonderer Dank für die unvergesslichen Momente an Simonetta Ginelli!

http://www.hauptstadtharfe.de

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