Unsere Hospizgäste haben einen Tag den Tierpark Berlin erkundet

Das Hospiz-Team mit Gästen im Berliner Tierpark

Am 12. Juni 2025 hatte eine Gruppe von Hospizgästen die Gelegenheit, einen Tag im Tierpark zu verbringen und die vielfältige Tierwelt zu erleben. Der Besuch wurde von Schwester Anja und ihrem Lebenspartner Maik organisiert und von vielen Sponsoren unterstützt.

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Wir stellen uns jetzt erneut der Herausforderung: Wir kämpfen beim Muddy Angel Run in Berlin 2025!

Abbildung vom Hospiz-Team beim Muddy Angel Run 2024. Das Bild illustriert den Text, mit dem das Hospiz-Team den Lauf 2025 ankündigt.

Beim vergangenen Run ging es für das Team vom Hospiz Köpenick schmutzig, schlammig und spaßig zu – beim Muddy Angel Run von Schauinsland. Und nun sehen wir uns im Juli 2025 an der Trabrennbahn in Karlshorst!

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Wunderbaren Klängen lauschen! Dank an alle Musizierenden und Gäste beim Benefizkonzert für das Hospiz Köpenick

Das Hospiz-Team vor der Pfarreikirche St. Josef in Berlin-Köpenick

Orgel, Streicher, Bläser, Gesang – am 8. September lud die Pfarrei St. Josef in die Pfarrkirche St. Josef in die Köpenicker Lindenstraße ein.

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Was wir machen

Das Hospiz Köpenick feierte im vergangenen Jahr seinen fünften Geburtstag. Die Redaktion des Magazins Z sprach mit dem Initiator und Vorsitzenden des Hospiz-Fördervereins beneficio e.V., Professor Dr. med. Stefan Kahl, über die Hospiz-Arbeit im Berliner Südosten.

Herr Professor Kahl, das Hospiz wurde 2017 eröffnet. Sie waren der Initiator und haben damals gesagt, dass es viel mehr solcher Einrichtungen geben müsste. Hat sich seither die Situation für den Berliner oder Brandenburger Raum verbessert?
Wenn mit „die Situation“ gemeint ist, ob es in unserer Region mehr Hospizplätze als vor fünf Jahren gibt, dann hat sich die Situation geändert, nach dem Hospiz in Köpenick sind weitere Hospize gegründet worden, die heute Gäste versorgen. Insgesamt hat sich „die Situation“ aber aus meiner Sicht nicht signifikant verändert: Auch heute noch wollen die meisten Menschen ihr Leben dort beenden, wo sie es gelebt haben – zu Hause, in gewohnter Umgebung und mit Unterstützung durch ihre Angehörigen und Freunde. Trotzdem sterben Menschen in Krankenhäusern, Altenheimen und in den Hospizen, weil sich die Strukturen für die häusliche Versorgung einfach noch nicht so entwickelt haben, wie es notwendig wäre. 

Ist denn damit zu rechnen, dass sich da in der nächsten Zeit etwas bewegt?
Ich bin mir nicht sicher, dass das so einfach ist und in der nächsten Zeit Verbesserungen möglich sind. Ein gesamtes Netzwerk an ambulanten Strukturen müsste gestärkt werden (Pflegedienste, Therapeuten, Ärzte, Sozialarbeiter, Seelsorger, um nur einige zu nennen). Wenn sich Menschen um ihre Angehörigen in der letzten Lebensphase kümmern möchten, müssen sie unterstützt werden, vielleicht von der Arbeit freigestellt werden und trotzdem muss der Lebensunterhalt gesichert sein, sie brauchen professionelle und ehrenamtliche Hilfe und Unterstützung. Ich werde das Gefühl nicht los, dass wir gerade in der gegenwärtigen Situation nicht in der Lage sind, da etwas zu bewegen oder wenigstens eine gesellschaftliche Debatte darüber zu führen. 

Können Sie nach gut fünf Jahren Hospiz Köpenick eine Bilanz ziehen?
Bilanz klingt so endgültig. Aber vielleicht so: Das Leben ist schön – bis zum Schluss. Das hat sich in den fünf Jahren in unserem Hospiz immer wieder bewahrheitet. Nicht jeder Tag war schön, nicht jede Stunde, aber wenn ich zurückblicke, dann stimmt dieser Satz. Uneingeschränkt. Das Leben ist schön. 

Das Hospiz benötigt regelmäßig Spenden. Durch die Pandemie war jedoch zum Beispiel die kulturelle Arbeit des Fördervereins eingeschränkt. Wie wirkte sich das aus?
Tatsächlich sind wir auch weiterhin auf Spenden angewiesen, die Spendenbereitschaft ist jedoch groß. Die Zuwendungen von einzelnen Personen sind etwas zurückgegangen, auch die durch Veranstaltungen erzielten Spenden, weil es eben keine Veranstaltungen gab. Dafür ist die Zahl der Mitglieder im Förderverein gestiegen und damit auch die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen. Und in jedem Jahr gab es auch jeweils mindestens eine sehr große Spende, ich rede da von Summen ab 30.000 Euro aus Erbschaften oder Zuwendungen von Firmen oder gemeinnützigen Organisationen.
Der Förderverein hat es bisher vermocht, nicht nur die vom Gesetzgeber „geplante“ Lücke in der Finanzierung (vereinfacht: fünf Prozent des Budgets, das sind in unserem Hospiz rund 120.000 Euro pro Jahr) auszugleichen. Vielmehr haben wir uns auch in jedem Jahr an den Kosten für die Musiktherapie, die Seelsorge oder das Freiwillige Soziale Jahr beteiligt. Aus Mitteln des Fördervereins sind Ergänzungen zur Ausstattung beschafft worden, konkret zum Beispiel Nachtschränke. 

Damit wir ein Gefühl bekommen: Um welche Summen geht es denn insgesamt jährlich?
Der Verein unterstützt das Hospiz jährlich mit Summen bis zu 200.000 Euro. 

In den vergangenen Jahren haben wir im Magazin Z Spenderlisten veröffentlicht, das gibt es in diesem Jahr nicht. Warum?
Wir erhalten im Jahr Zuwendungen von mehr als 700 Personen oder Organisationen. Nicht jeder dieser Spender war glücklich, seinen Namen auf einer Liste zu lesen, viele hätten vorher gefragt werden wollen. Zudem gehen viele anonyme oder namentlich nicht eindeutig charakterisierte Spenden ein, bei denen wir aufwändig recherchieren mussten, um die Herkunft eindeutig zu klären. Wir sind dankbar für jede einzelne Zuwendung, aber das hat die Zeit des Vorstandes sehr in Anspruch genommen. Wir wollen weiterhin kein Geld für die Büro- oder Vorstandsarbeit ausgeben, deshalb haben wir uns im Vorstand gegen die Spenderliste entschieden. 

Wie viel Geld gibt der Verein für sich selbst aus, also für Bürotätigkeit, Administration oder Werbung?
Im vergangenen Jahr haben wir von jedem vierten Euro einen Cent für Verwaltungsaufgaben ausgegeben, insgesamt weniger als 0,25 Prozent. Das gelingt nur durch ausschließlich ehrenamtliche Arbeit und die wirklich großzügige Unterstützung durch die DRK Schwesternschaft Berlin und die DRK Kliniken Berlin Köpenick. 

Welche Pläne gibt es für die Zukunft – vorausgesetzt, aktuelle und künftige Lagen lassen Pläne und deren Umsetzung zu?
Wir wollen wieder Konzerte veranstalten, wenngleich ich ein gewisses Störgefühl habe, wenn ich Künstler, die auch in der Pandemie ganz erheblich unter ausbleibenden Gagen litten, bitten soll, bei einem Konzert für das Hospiz ganz oder wenigstens teilweise auf eine Bezahlung zu verzichten. Aber da werden wir einen Weg finden, momentan traue ich den Bestrebungen zur Freizügigkeit noch nicht ganz, weshalb wir bisher keine Veranstaltungsreihe geplant haben. Ein Spendendinner in der Friedrichshagener Trattoria Tresoli soll es geben, auch das Magazin Z erscheint weiter – wir sind also aktiv. 

Sie haben Berlin im Sommer verlassen?
Ja, das stimmt, beruflich habe ich Berlin und damit die DRK Kliniken Berlin verlassen und bin seit Juli in Basel (Schweiz) Chefarzt bei CLARUNIS. 

Bedeutet das, Sie werden Ihre Arbeit für den Förderverein beneficio e.V. und das Hospiz beenden?
Nein, das bedeutet es nicht, ich habe mich beruflich verändert, aber die Arbeit im Förderverein werde ich weiterführen. Ich werde alles daransetzen, dass der Förderverein mit seinen vielen Förderern und Freunden die Arbeit des Hospizes weiterhin so erfolgreich unterstützt. 

Was wünschen Sie sich für das Hospiz Köpenick speziell, aber auch für die Hospiz-Bewegung im Berliner Süden?
Wir haben im Hospiz empathische und engagierte, freundliche und aufgeschlossene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ich wünsche mir, dass es ihnen gut geht und sie weiter Freude an der Arbeit haben. Ich wünsche mir viele mutige und selbstlose Menschen, die die Hospiz- und Palliativbewegung ehrenamtlich unterstützen. Ich wünsche mir Wahrnehmung, Unterstützung und Akzeptanz für die Tätigkeit all der vielen Menschen durch diejenigen, die politische Entscheidungen treffen und nicht zuletzt eine stabile, wertschätzende Finanzierung durch die Kostenträger. 

Das sind große Wünsche …
… ja, aber sie sind wichtig und wenn der eine oder andere Wunsch erfüllt wird, hilft das langfristig, diese große Aufgabe der Palliativ- und Hospizversorgung zu stemmen! Und wenn wir es nicht immer wieder artikulieren, drängen sich andere Dinge nachhaltig in den Vordergrund. 

Danke für das Gespräch.

Wie Sie helfen können

Außenansicht Hospiz Köpenick

Der Hospiz-Förderverein beneficio e.V. unterstützt die Arbeit im Hospiz-Köpenick.
Tatsächlich sind wir auf Spenden angewiesen, die Spendenbereitschaft ist zum Glück groß. Die Zuwendungen von einzelnen Personen sind aktuell etwas zurückgegangen, auch die durch Veranstaltungen erzielten Spenden, weil es derzeit keine Veranstaltungen im Sinne unseres einstigen Kulturprogramms gibt. Dafür ist die Zahl der Mitglieder im Förderverein gestiegen und damit auch die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen. Und in der zurückliegenden Zeit gab es große Spenden, Summen ab 30.000 Euro aus Erbschaften oder Zuwendungen von Firmen oder gemeinnützigen Organisationen.

Der Förderverein hat es bisher vermocht, nicht nur die vom Gesetzgeber „geplante“ Lücke in der Finanzierung (vereinfacht: fünf Prozent des Budgets, das sind in unserem Hospiz rund 120.000 Euro pro Jahr) auszugleichen. Vielmehr haben wir uns auch in jedem Jahr an den Kosten für die Musiktherapie, die Seelsorge oder das Freiwillige Soziale Jahr beteiligt. Aus Mitteln des Fördervereins sind Ergänzungen zur Ausstattung beschafft worden, konkret zum Beispiel Nachtschränke. beneficio e.V. unterstützt das Hospiz jährlich mit Summen bis zu 200.000 Euro.

Mit einer Spende an den Förderverein beneficio e.V. unterstützen Sie direkt unser Hospiz Köpenick:
HypoVereinsbank
IBAN: DE03 1002 0890 0020 5931 05
BIC: HYVEDEMM488

Aufnahmeantrag für beneficio e.V. herunterladen


Das Hospiz Köpenick lädt auch zu verschiedenen ehrenamtlichen Diensten ein. Lesen Sie hier über die Arbeit des ehrenamtlichen Palliativbegleiters Ralph Krüger.

Ein Dienst, der mit Dankbarkeit erfüllt: ehrenamtlicher Palliativbegleiter im Hospiz Köpenick
Abschied nehmen vom gewohnten und lieb gewonnenen Umfeld, vom Partner, aber auch von Ritualen und Dingen, die das Leben über viele Jahre geprägt haben – undenkbar! Loslassen und sich in eine noch fremde und unbekannte Umgebung wie die eines Hospizes zu begeben – mehr als eine Herausforderung! Die überwiegende Mehrzahl der Gäste im Hospiz, die ich seit nunmehr über ein Jahr lang als ehrenamtlicher Palliativbegleiter kennenlernen durfte, haben sich in vielen Gesprächen immer wieder aufs Neue zu der Thematik eines „Neuanfangs“ im Hospiz geäußert.

Viele leisten zu Beginn Widerstand und wollen die Geborgenheit des vertrauten Zuhauses nicht aufgeben.
Sie möchten bis zuletzt in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Oft fehlt der Mut zur Entscheidung, sie sind unsicher und halten an Vertrautem fest. Wohlwissend, dass bestehende Erkrankungen das Leben mit einem Partner oder der Partnerin erschweren oder gar unmöglich machen. 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche Betreuung zu gewährleisten, belastet nicht nur. Mehr noch, es stellt eine Beziehung oft auf eine Zerreißprobe. Wäre es nicht schön, wenn es einen Ort gäbe, an dem all diese Sorgen und Nöte in den Hintergrund treten würden, wo man sich auf die dann „wichtigen“ Dinge konzentrieren könnte? Und dann, wenige Tage nach dem Einzug, weichen bei allen, die ich kennengelernt habe und begleiten durfte, diese Unsicherheiten. Bei den neu eingezogenen Gästen ebenso wie bei ihren Familien, Partnerinnen und Partnern, Kindern und Freunden. „Mir hätte nichts Besseres passieren können“, begegnet mir unisono die Botschaft in den Gesprächen. Ärzte, Pfleger, Schwestern, Seelsorger, Sozialarbeiterinnen, Hilfskräfte, aber auch wir Ehrenamtliche bilden ein einzigartiges Team, das sich mit seinen unterschiedlichen Kompetenzen und Fähigkeiten ergänzt. Medizinisch-kompetente Palliativversorgung als Fundament, gepaart mit individueller Pflege und persönlicher Zuwendung durch Ehrenamtliche, lässt ein Hospiz erst zu dem wachsen, was es sein soll: Nicht nur ein Haus der Sterbebegleitung, sondern ein Ort, um in Würde Abschied nehmen zu können.

Herr H., geboren 1939, Jahrzehnte im Handwerk tätig, bringt es auf den Punkt: „Ist es nicht wunderbar, solch einen traumhaft schönen Tag zu erleben?
Die Sonne wärmt meine Haut, ich sitze im Park und ich bin froh, dass ich Sie als ehrenamtlichen Begleiter kennenlernen durfte.“ Herr H. steht für mich symbolisch für die herausfordernde, aber auch sehr befriedigende ehrenamtliche Arbeit als Palliativbegleiter. Ich spüre, wie er sich von Treffen zu Treffen mehr und mehr öffnet und er mir die Gelegenheit gibt, an seinem Leben teilzuhaben. Mehr noch: Gegenseitiges Vertrauen, gepaart mit Vertraulichkeit und verständnisvoller, offener Kommunikation, prägen diese Zeit, die ich sehr genieße. Ich spüre nach unseren Treffen stets, dass solch eine Begleitung – sich auf das Gegenüber einzustellen, zuzuhören und zu spüren, wann Schweigen besser ist als Reden – körperlich belastend ist. Das Gefühl aber, den letzten Weg gemeinsam mit ihm gehen zu dürfen, weil er es zulässt, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit und Freude. Für uns Gesunde fast undenkbar, wenn man seine „Wunschliste“ betrachtet, die überschaubar scheint: „Ich möchte meinen Geburtstag noch erleben.“ Mit seiner Frau und seiner Tochter. Herr H. hat noch vier lange Wochen vor sich. Aber ich bin guter Dinge, dass wir gemeinsam diesen Zeitpunkt erleben werden. Warum? Er hat mir versprochen, dass er vorher nicht sterben wird.

Ralph Krüger, ehemaliger Vizepräsident der Bundespolizei in Berlin, ist ehrenamtlicher Palliativbegleiter im Hospiz Köpenick