Eines der schönsten Apfelkuchenkonzerte ever: Dirk Zöllner, André Gensicke und Tobias Unterberg zu Gast im Hospiz.
Leise Töne, große Gefühle: Die Zöllner im Trio Infernale
Leises Konzert, große Begeisterung: Als Die Zöllner im Trio Infernale im Hospiz Köpenick die ersten Töne anschlugen – Dirk Zöllner stand dabei mitten im Raum – , brachten sie Musik mit, die berührt, zum Lächeln einlädt und fast schon sicher mitten ins Herz trifft. Besucherinnen und Besucher ebenso wie die Gäste des Hospizes waren begeistert. Es war ein Nachmittag, der zeigte, wie viel Kraft in Musik liegen kann – gerade dann, wenn die leisen Töne Raum bekommen. Hinter dem Namen Trio Infernale stehen drei Musiker, die sich schon lange kennen und musikalisch bestens ergänzen: Sänger und Gitarrist Dirk Zöllner, Pianist und Sänger André Gensicke sowie Cellist Tobias Unterberg, Köpenickern besonders bekannt unter seinem Künstlernamen B. Deutung.
Das Trio ist ein eigenständiges Projekt innerhalb des musikalischen Kosmos von Dirk Zöllner und André Gensicke, die 1987 die Band Die Zöllner https://www.die-zoellner.de gründeten. Während Die Zöllner für ihren kraftvollen Mix aus Soul, Funk, Rock und Pop bekannt sind, setzt das Trio Infernale in kleinerer Besetzung auf eine reduzierte, akustische Musikwelt. Denn Welten öffnen sich, wenn Dirk Zöllner mit seiner unverwechselbaren, wundervollen Stimme aus dem Nichts kleine und große Geschichten entfaltet. Gitarre, Klavier und Cello schaffen Raum für Zöllners Stimme, für Zwischentöne und für Erzählungen, die in einer großen Bandbesetzung mitunter anders wirken. Dabei begegnen sich musikalische Leichtigkeit, Melancholie, Humor und die für die Zöllner typischen großen Emotionen.
Eigene Klangsprache
Die Geschichte dieser Musik reicht weit zurück. Dirk Zöllner machte sich bereits Mitte der 1980er-Jahre mit der Berliner Band Chicorée einen Namen. Zu den Liedern aus dieser frühen Zeit gehört „Käfer auf dem Blatt“, das später auch zum Repertoire der Zöllner wurde. Mit André Gensicke entwickelte sich daraus eine langjährige musikalische Zusammenarbeit, die bis heute verschiedene Projekte und Besetzungen trägt. Das Trio Infernale führt diese Geschichte fort – nicht als bloße verkleinerte Ausgabe der großen Band, sondern mit einer eigenen Klangsprache. Dirk Zöllner kündigte das Lied Käfer auf dem Blatt als Friedenslied an. Und sprach damit allen aus der Seele, besonders in diesen Zeiten.
Auch in jüngster Zeit bleibt das Trio Infernale aktiv. 2024 erschien das Live-Album „Die Zöllner im Trio Infernale“, das die besondere Atmosphäre ihrer akustischen Konzerte einfing. 2026 steht das Programm „Still“ im Mittelpunkt: eine Konzertreise, bei der die Musiker bewusst auf große Rockarrangements verzichten und sich auf Stimme, Gitarre, Klavier und Cello konzentrieren. Die Lieder gewinnen dadurch an Charakter, Texte und musikalische Feinheiten treten stärker hervor.
Trost schenken
Besondere Bedeutung kommt dabei „Käfer auf dem Blatt“ zu. Das Lied begleitet Dirk Zöllner seit seinen frühen musikalischen Jahren und gehört zu den Stücken, die über Generationen hinweg ihren Platz im Repertoire behalten haben. Als Friedenslied lässt es sich als Erinnerung daran hören, wie zerbrechlich und schützenswert das Leben ist. Der kleine Käfer wird zum Bild für ein Lebewesen, das seinen Platz in der Welt hat – unscheinbar vielleicht, aber nicht weniger wertvoll. Gerade in einer Zeit, in der Kriege und Gewalt den Alltag vieler Menschen bestimmen, bekommt ein solches Lied eine besondere Aktualität. Und nebenbei bemerkt ist es eines der schönsten Liebes- und eben Friedenslieder der deutschsprachigen Musik.
Im Hospiz Köpenick dürfte besonders diese Botschaft auf offene Ohren gestoßen sein. Hier zählen die kleinen Augenblicke, die Begegnungen, ein Lächeln, eine vertraute Melodie. Musik kann Erinnerungen wecken, Trost schenken und Menschen miteinander verbinden, ohne dass viele Worte nötig sind. Dass ausgerechnet ein Lied über ein kleines, verletzliches Lebewesen zum Nachdenken über Frieden und Menschlichkeit einlädt, passt zu diesem Ort. Der Auftritt des Trio Infernale hat gezeigt, dass ein Konzert nicht groß sein muss, um lange nachzuklingen. Manchmal genügen drei geniale, wunderbare Musiker, ihre Instrumente und Lieder, die etwas in Bewegung bringen. Und manchmal bleibt nach dem letzten Ton vor allem eines: das Gefühl, für einen Moment gemeinsam etwas Wertvolles erlebt zu haben.
Beste Organisation und ein großer Dank
an das Hospiz-Team für so einen gelungenen Nachmittag
voller musikalischer Erinnerungen!

Schon weit im Vorfeld des Konzertes begannen die Vorbereitungen, ein Nachmittag mit den Zöllnern ist eben etwas Besonderes. Seit Beginn der Konzertreihe 2017 bis heute zieht sich das Thema Apfel wie ein roter Faden durch inzwischen neun Jahre Hospizarbeit. Nicht zuletzt, weil es zu allen Veranstaltungen des Hospizes besonders viele und vielfältige Apfelkuchen gab. Der Bohnsdorfer Kindergarten Apfelbäumchen pflanzte vor ein paar Jahren einen solchen in den Garten und nicht zuletzt ist in der Zwischenzeit Herbst-Winter ein Apfelkuchen einfach immer ein Genuss. Erwähnenswert ist es aber in jedem Fall, dass einige Gäste in ihren Betten live dabei sein konnten und bei anderen stand die Tür etwas offen – Musik in beinahe allen Räumen.
Die Bilder zeigen Eindrücke vom Apfelkuchenkonzert mit den Zöllnern im Trio Infernale im Hospiz Köpenick.
Text/Fotos: Uwe Thomas Baumann
https://www.die-zoellner.de/balladen-tour-2026/









