Die Zöllner im Trio Infernale zu Gast!

Eines der schönsten Apfelkuchenkonzerte ever: Dirk Zöllner, André Gensicke und Tobias Unterberg zu Gast im Hospiz.

Die Geschichte dieser Musik reicht weit zurück. Dirk Zöllner machte sich bereits Mitte der 1980er-Jahre mit der Berliner Band Chicorée einen Namen. Zu den Liedern aus dieser frühen Zeit gehört „Käfer auf dem Blatt“, das später auch zum Repertoire der Zöllner wurde. Mit André Gensicke entwickelte sich daraus eine langjährige musikalische Zusammenarbeit, die bis heute verschiedene Projekte und Besetzungen trägt. Das Trio Infernale führt diese Geschichte fort – nicht als bloße verkleinerte Ausgabe der großen Band, sondern mit einer eigenen Klangsprache. Dirk Zöllner kündigte das Lied Käfer auf dem Blatt als Friedenslied an. Und sprach damit allen aus der Seele, besonders in diesen Zeiten.

Auch in jüngster Zeit bleibt das Trio Infernale aktiv. 2024 erschien das Live-Album „Die Zöllner im Trio Infernale“, das die besondere Atmosphäre ihrer akustischen Konzerte einfing. 2026 steht das Programm „Still“ im Mittelpunkt: eine Konzertreise, bei der die Musiker bewusst auf große Rockarrangements verzichten und sich auf Stimme, Gitarre, Klavier und Cello konzentrieren. Die Lieder gewinnen dadurch an Charakter, Texte und musikalische Feinheiten treten stärker hervor.

Besondere Bedeutung kommt dabei „Käfer auf dem Blatt“ zu. Das Lied begleitet Dirk Zöllner seit seinen frühen musikalischen Jahren und gehört zu den Stücken, die über Generationen hinweg ihren Platz im Repertoire behalten haben. Als Friedenslied lässt es sich als Erinnerung daran hören, wie zerbrechlich und schützenswert das Leben ist. Der kleine Käfer wird zum Bild für ein Lebewesen, das seinen Platz in der Welt hat – unscheinbar vielleicht, aber nicht weniger wertvoll. Gerade in einer Zeit, in der Kriege und Gewalt den Alltag vieler Menschen bestimmen, bekommt ein solches Lied eine besondere Aktualität. Und nebenbei bemerkt ist es eines der schönsten Liebes- und eben Friedenslieder der deutschsprachigen Musik.

Im Hospiz Köpenick dürfte besonders diese Botschaft auf offene Ohren gestoßen sein. Hier zählen die kleinen Augenblicke, die Begegnungen, ein Lächeln, eine vertraute Melodie. Musik kann Erinnerungen wecken, Trost schenken und Menschen miteinander verbinden, ohne dass viele Worte nötig sind. Dass ausgerechnet ein Lied über ein kleines, verletzliches Lebewesen zum Nachdenken über Frieden und Menschlichkeit einlädt, passt zu diesem Ort. Der Auftritt des Trio Infernale hat gezeigt, dass ein Konzert nicht groß sein muss, um lange nachzuklingen. Manchmal genügen drei geniale, wunderbare Musiker, ihre Instrumente und Lieder, die etwas in Bewegung bringen. Und manchmal bleibt nach dem letzten Ton vor allem eines: das Gefühl, für einen Moment gemeinsam etwas Wertvolles erlebt zu haben.

Schon weit im Vorfeld des Konzertes begannen die Vorbereitungen, ein Nachmittag mit den Zöllnern ist eben etwas Besonderes. Seit Beginn der Konzertreihe 2017 bis heute zieht sich das Thema Apfel wie ein roter Faden durch inzwischen neun Jahre Hospizarbeit. Nicht zuletzt, weil es zu allen Veranstaltungen des Hospizes besonders viele und vielfältige Apfelkuchen gab. Der Bohnsdorfer Kindergarten Apfelbäumchen pflanzte vor ein paar Jahren einen solchen in den Garten und nicht zuletzt ist in der Zwischenzeit Herbst-Winter ein Apfelkuchen einfach immer ein Genuss. Erwähnenswert ist es aber in jedem Fall, dass einige Gäste in ihren Betten live dabei sein konnten und bei anderen stand die Tür etwas offen – Musik in beinahe allen Räumen.

Die Bilder zeigen Eindrücke vom Apfelkuchenkonzert mit den Zöllnern im Trio Infernale im Hospiz Köpenick.

Text/Fotos: Uwe Thomas Baumann

https://www.die-zoellner.de/balladen-tour-2026/