Das Leben geht weiter – Corona und Hoffnung

Niemand von uns hat damit gerechnet, dass gewohntes Leben und mit ihm die schönsten Nebensachen der Welt innerhalb weniger Tage – von hundert auf Null – infrage gestellt würden. Vor anderthalb Jahren konnte sich keiner maskierte Gesichter oder menschenleere Innenstädte vorstellen. 

Damals war alles anders. Es scheint, als wäre seit März 2020 das Leben an sich eingefroren. Nicht ganz, aber ganz erheblich. Wir haben in den zurückliegenden Ausgaben unseres Magazins oft die Zerbrechlichkeit der menschlichen Ordnungen, der Beziehungen zueinander oder das abrupte Ende von Lebenswegen beschrieben. Das Leben an sich – es ist wertvoll. Aber wertvoller noch als vor der Pandemie? Vielleicht: Weil immer das besonders begehrenswert scheint, was nicht mit einem Fingerschnipsen zu haben ist. Unsere Arbeits- und Freizeitwelten zwischen kontaktbeschränktem und schnellgetestetem Miteinander sind pragmatische Lösungen für den Augenblick, fühlen sich jedoch komisch an, irgendwie unfertig. Deshalb dürfen wir uns nicht aus den Augen verlieren. Weil Online-Begegnungen per Zoom oder maskiertes Lachen allenfalls Notlösungen, aber nicht das Leben an sich sind.

Unser neues Magazin Z hat nicht nur eine optische Auffrischung hinter sich, es verrät Ihnen auch viel über unsere Arbeit in Corona-Zeiten. 

Ich möchte Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, in dieser neuen Ausgabe des Magazins Z die Beiträge unserer Sozialarbeiterinnen Susanne Stein und Karin Lietz sowie die Initiative unserer Seelsorgerin Christa Scholz ans Herz legen. Sie erfahren darin viel über unseren Hospiz-Alltag, der auch unter Corona-Bedingungen immer von Hoffnung getragen war.

Und wir möchten Sie einladen, mit uns gemeinsam Lieblingsrezepte zu sammeln. Denn Liebe geht durch den Magen, Essen ist Leben und wir wollen beides mit Ihnen teilen. Machen Sie mit!

53 schmackhafte Rezepte, dazu jede Menge Geschichten – unser geplantes Buch „Zu guter Letzt“ soll ein Lebensbegleiter durch das Jahr sein. Und Sie können ab sofort mitmachen.

In unserem Hospiz ist es Tradition, beinahe jeden kulinarischen Wunsch der Gäste zu erfüllen. Meist gelingt das auch. Schon deshalb, weil keine Sterne-Menüs, sondern einfache Gerichte, Getränke oder süße Speisen gewünscht werden. Unkompliziert und oft auch schnell zuzubereiten. Mit diesen Rezepten – für jede Woche des Jahres eins – wollen wir das Buch füllen. Einige, zum Beispiel für Kartoffelsalat und ungarische Gulaschsuppe, haben wir schon. Aber wir benötigen noch viele mehr. Vielleicht ist es eine erfrischende Zitronenlimonade wie im Film „Die Brücken am Fluss“, vielleicht auch ein üppiger Salat oder ein Rouladengericht – jede und jeder hat ein Lieblingsessen oder ein Lieblingsgetränk. Selbst gekocht oder speziell gemischt, mit einem Schuss Liebe und größter Sorgfalt zubereitet, etwas, das immer „geht“.

Für das Buch „Zu guter Letzt“ suchen wir die klassischen oder modernen Lieblingsrezepte Ihrer verstorbenen Angehörigen. Zusätzlich zu Ihrem jeweiligen Rezept können Sie uns eine kleine Geschichte dazu erzählen. Etwa, von wem und warum es das Lieblingsessen war und zu welchen Gelegenheiten gekocht, gemixt oder gebrutzelt wurde. Wir hoffen, dass sich durch die Geschichten in Verbindung mit den Rezepten sichtbare Lebensfäden spinnen lassen, dass viele Erinnerungen bewahrt und in Buchform weitergegeben werden können. Das entstehende Buch lebt von der Rezeptvielfalt und vor allem durch Ihre Geschichten.

Trauen Sie sich, senden Sie uns Ihre Rezepte und Geschichten zu. Gern in digitaler Form als Text- oder Bilddatei oder auch per Briefpost. Wir sammeln Ihre Zusendungen und bringen alles „in Form“. Spätestens nach den Berliner Herbstferien Ende Oktober wollen wir mit der Buchproduktion beginnen und hoffen, bis dahin mindestens 53 Rezepte in Szene setzen zu können. 53 Rezepte, eins für jede Woche im Jahr. Machen Sie mit, wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!

Herzliche Grüße

Ihr Prof. Dr. med. Stefan Kahl

Rezepte und Geschichten, gern auch Fotos Ihrer Angehörigen oder der selbst zubereiteten Gerichte, an: Redaktion Magazin Z, Uwe Baumann, baumanninfo@gmx.de